Vortrag des Deutschland-Chefs von PwC auf Einladung des RCDS Mannheim
PricewaterhouseCoopers, Deutschlands führendes Wirtschaftsprüfungsunternehmen, beschäftigt 169.000 Mitarbeiter in 154 Ländern. Viele interessante Zuhörer lauschten auf Einladung des RCDS Mannheim am Donnerstag im SN 163 der Universität Mannheim dem Deutschland-Chef von PwC gespannt zu: Prof. Dr. Norbert Winkeljohann zum Thema ‚Verantwortung in Krisenzeiten‘.
Nach einer Einführung durch Clemens Rengier, den Vorsitzenden des RCDS, analysierte Prof. Dr. Winkeljohann zu allererst, wie die aktuelle Krise entstanden ist. Dann trug er zur Verantwortung der Unternehmensführung und des Aufsichtsrates in Krisenzeiten vor. Und wie soll es weitergehen?
In einer Zeit, in der Staaten immer mehr Schulden aufnehmen und Banken um ihren Kredit fürchten, die Unsicherheit einer Rezession herrscht und die Politik krampfhaft versucht, die Euro-Zone zu retten, ist das größte Problem der Vertrauensverlust, so Prof. Winkeljohann. Es sei für Politik und Wirtschaft wie auf der Autobahn: Mit 150 km/h ohne Bremsen. Schön manövrieren, aber bloß keine hektischen Lenkbewegungen. Denn auch der Ausblick ist düster, eines sanfte Landung nicht in Sicht.
Das Vertrauen der Unternehmen in die Märkte fällt, das Vertrauen der Menschen genauso. Es gilt, in der Wirtschaft dieses Vertrauen wieder herzustellen. Notwendig sind hierzu insbesondere Transparenz und Offenheit; es bedarf einer risikoorientierten Unternehmenssteuerung, die möglichst effektiv, effizient und nachhaltig ist. Komplexe regulatorische Anforderungen sind zu erfüllen. Und wo Wörter wie Governance, Compliance und Risiko Management fallen, ist klar: Es besteht eine zunehmende Verantwortung der Unternehmen – globaler Markt gegen lokale Intransparenz.
Die Wirtschaftsprüfer stehen im Spannungsfeld zwischen der Erwartungshaltung der Öffentlichkeit und dem gesetzlichen Auftrag. Auf der einen Seite die Einhaltung des geltendes Rechts, auf der anderen Seite das Ziel, das tatsächliche Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des geprüften Unternehmen zu präsentieren. So würden Wirtschaftsprüfer, so Prof. Winkeljohann, einen erheblichen Beitrag zur Transparenz und zum Vertrauen in der Wirtschaft leisten. Zur interessantesten Frage: Der Fehler von PwC, Forderungen und Verbindlichkeiten – eine Bilanzsumme von immerhin € 55,5 Mrd - nicht verrechnet zu haben, sei noch vor Veröffentlichung des einschlägigen Zwischenabschlusses korrigiert worden. Weitreichende Auswirkungen hätte diese in den Medien sehr spektakuläre Geschichte daher nicht.
Nach dem Vortrag und einer interessanten Fragerunde über Rating Agenturen, Krisenmanagement und Spekulanten, blieben die meisten der ca. 150 Zuhörer noch einige Zeit, um sich persönlich im Rahmen eines großzügigen Buffets über die angesprochenen Themen auszutauschen.
Wir danken Herrn Prof. Dr. Winkeljohann und PwC für den Vortrag!
