„Erneuerbare Energien und Atomenergie gehören zusammen“
Prof. Dr. Wolfgang Kohl zu Gast an der Universität Mannheim
Der Einladung des RCDS und der MIT in Mannheim ist am 25. Oktober 2011 Prof. Dr. Wolfgang Kohl, Leiter des Instituts für Umweltmesstechnik an der Fachhochschule Mannheim, gefolgt. Nach der Begrüßung durch den RCDS-Vorsitzenden Clemens Rengier und den Vorsitzenden der Mannheimer MIT, Wolfgang Taubert, führte der Physiker die interessierten Zuhörer zunächst in die Grundlagen der Radioaktivität ein. Die Erforschung der Kernenergie sei einst als große Entdeckung einhergehend mit der Lösung des Weltenergieproblems gefeiert worden. Die relevante Frage bezüglich der Sicherheit sei die nach der sicheren Abführung der entstehenden Nachzerfallswärme. Auch wenn es gerade in deutschen Kernenergiekraftwerken ein hochkomplexes Sicherheitssystem gebe, sei niemals eine absolute Sicherheit gegeben: „Das größte Risiko ist der Mensch.“ Deshalb benötige man eine vollautomatische Sicherheitskonzeption.
Im Anschluss erklärte Prof. Dr. Kohl detailliert die Vorkommnisse in Fukushima und führte neun Unterschiede zwischen deutschen Kernkraftwerken und dem japanischen an. Vor allem seien die deutschen außerordentlich modern. Menschliches Versagen habe in Fukushima dazu geführt, dass die Anlagen trotz der bekannten Tsunami-Gefahr nicht ausreichend geschützt worden seien.
„Wir sind vom Stromexport- zum Stromimportland geworden!“, stellte der in Heidelberg promovierte Professor mit Blick auf das Moratorium fest. Moratorium und Energiewende kosteten die deutschen Energieversorger geschätzte 25 Milliarden Euro. Kohl sprach sich ganz klar für erneuerbare Energien aus, für die das Potenzial „riesengroß“ sei. Wenn es nach ihm ginge, gehörte die Kernenergie allerdings zu den Stromproduzenten in Deutschland. „Kernkraftwerke emittieren kein CO2“ und seien zudem zuverlässiger Lieferant von Strom, klärte Kohl.
Durch die Energiewende müssten bis 2020 zudem 4300 Kilometer Hochspannungsleitungen erbaut werden. Bisher habe man in 6 Jahren gerade einmal 100 Kilometer geschafft, was für die Zukunft hohe Kosten für die junge Generation bedeute.
Prof. Dr. Wolfgang Kohl schloss seinen Vortrag mit der nächsten großen Energievision: Die Fusion von Kern- und Solarenergie. Im Anschluss entwickelte sich eine lebhafte Diskussion. „Uns fehlt nach all den menschlichen Fehlern das Vertrauen!“, stellte Wolfgang Taubert fest, ehe sich Clemens Rengier mit einem kleinen Präsent für den auch für Laien gut verständlichen und aufschlussreichen Vortrag bedankte.
